Idstein JazzFestival – Das Altstadt-Open-Air

Jazz und mehr diesmal im Schlosshof statt in Idsteins Gassen
Konzept „KulturSommer im Schlosshof“ sieht nicht nur musikalische Live-Events vor

Drei Sommerwochen voll mit Musik und Kultur: Das jetzt vom Idsteiner Verkehrsverein präsentierte Konzept „KulturSommer im Schlosshof“ in der Zeit vom 16. Juli bis 8. August 2021 könnte Erinnerungen an die in den 1970er Jahren so beliebten Schlosskonzerte wecken. Und doch wird alles ganz anders. Anders aber auch als das, was sich aus dieser Konzertreihe entwickelte und was das Idsteiner Lebensgefühl über 30 Jahre lang bis 2020 durchaus prägte. Mit zahlreichen Bühnen in der Altstadt und auf dem Löherplatz lockte das Idstein JazzFestival Jahr für Jahr tausende Gäste in die Innenstadt. Mit einem zuletzt bunten Musikmix aus allen jazzverwandten Genres war es Garant für ein unbeschwertes Wochenende inmitten dicht gedrängter Menschenmengen, die ausgelassen tanzten und die Bands feierten.

„Dass wir ein Festival in dieser Form in der Pandemie nicht veranstalten können, ist uns schon lange klar“, so der Vorsitzende des Idsteiner Verkehrsvereins, Bürgermeister Christian Herfurth. Und so muss das für den 2. bis 4. Juli 2021 geplante Idstein JazzFestival abgesagt werden. Aber: „Seit Monaten entwickeln wir Ideen, wie wir es unter den wahrscheinlich im Sommer geltenden Pandemie-Verordnungen dennoch möglich machen, gemeinsam mit anderen bei einem Event live Musik und Kultur zu genießen. Unser Motto dabei war stets: Hauptsache Musik!“ Zur Umsetzung kommen soll nun der „KulturSommer im Schlosshof“. Kernprogramm dabei sind acht musikalische Abende im besonderen Ambiente des Schlosshofes, organisiert vom Orga-Team des JazzFestivals.

Steigen sollen die kleinen Konzerte mit jeweils einer Band ab dem 16. Juli an den ersten vier Wochenenden in den Sommerferien jeweils freitags und samstags von 19 bis 20.30 Uhr – Corona-konform ohne Pause. Noch sind die acht Bands nicht endgültig ausgewählt. Der Fundus, aus dem das Orga-Team aber schöpfen kann, ist groß. Zum Zuge kommen könnten Bands aus der Region, die bereits im vergangenen Jahr beim Festival die Bühnen rocken sollten. Aber es gibt auch aktuelle Bewerbungen, die auf dem Tisch liegen.

Partybands haben allerdings keine Chancen: Bei einer geplanten Bestuhlung mit jeweils 100 Sitzplätzen ist unter Beachtung der Abstandsregeln und eines ausgeklügelten Hygiene- und Sicherheitskonzeptes ein spontanes Tanzen nicht möglich. Doch Jazz, Swing, Blues, Chansons oder die Musik der Singer-Song-Writer lassen sich auch ganz gelassen auf einem Konzertstuhl genießen. Und das einmal mehr nach so langer Zeit ohne Kunst und Kultur. Ein Wiedersehen könnte es geben mit der HR1-Moderatorin Marion Kuchenny, die in den vergangenen Jahren zum Gesicht des Idstein JazzFestivals avancierte und die bereits für die Moderation des Eröffnungsabends angefragt wurde.

Finanziert werden soll das Konzept über den Ticketverkauf, einem Zuschuss aus dem Topf „Neustart Kultur“ der Bundesregierung und auch über die Sponsoren, die bisher dankenswerterweise alljährlich das Idstein JazzFestival mitgetragen haben. Auch kulinarisch könnten die Musikabende im Schlosshof etwas zu bieten haben. Gedacht wird an Picknickkörbe, die in Kooperation mit einem Idsteiner Gastronom angeboten werden könnten.

Und der Verkehrsverein hat noch eine weitreichendere Idee: Der Veranstaltungsort Schlosshof – die Genehmigungen von Schule und Kreis liegen bereits vor – und die Bühne, die dort über drei Wochen zur Verfügung steht, könnte in eigener organisatorischer und finanzieller Verantwortung an den Tagen zwischen den Musikveranstaltungen des Verkehrsvereins auch noch von anderen Kulturschaffenden genutzt werden. Vorstellbar wären u.a. Veranstaltungen des Kulturrings, Lesungen, Kindertheater, KinoSommer und vieles mehr. Wenn sich genügend Akteure auf das Konzept einlassen, könnte es ein abwechslungsreicher und überraschend bunter „KulturSommer im Schlosshof“ werden.